RIK und RIK

bilderbuch_rik-und-rikZwei Kinder, die am selben Tag zur Welt kommen, erhalten beide den Namen Rik. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten bereits. Der eine Rik ist ein Abkömmling eines rot bemützten Zwergenvolks, das reichlich erstaunt ist über die Größe dieses Neugeborenen, das schon bald nicht mehr ins Zwergenbett passt. Der andere Rik, ins Volk der Riesen mit blauen Hüten hineingeboren, bleibt ein kleiner Wicht und erweckt mit seinem Feingefühl für Tiere reihum großes Befremden. Statt in Riesentradition zu jagen, wird er von den Tieren nach Hause getragen. Beide können sie als Außenseiter in ihrer Sippschaft nicht glücklich werden und verlassen ihre jeweilige Heimat. Als sie sich in der Fremde begegnen, tauschen sie nicht nur die für ihre Herkunft typischen Mützen, sondern auch ihre Identitäten: der kleinwüchsige Riese lebt fortan in der Zwergenwelt und der großwüchsige Zwerg in der Familie der Riesen. Als beide eines Tages einen Spaziergang mit ihrer Liebsten machen, treffen sie aufeinander und tauschen ihre Mützen wieder zurück. Als erwachsene Männer kehren sie nun in ihre jeweiligen Herkunftsfamilien zurück, heiraten und bekommen Kinder. Und mit dieser Rückkehr „strahlen Rik und Rik wie die Sonne am Himmel"- sie haben ihre Identität gefunden und können ihr Anderssein leben.

Eric Battut erzählt in großflächigen, plakativen Bildern. Verbunden mit einer intensiven, satten Farbgestaltung strahlen die Dias das Geheimnisvolle und Merkwürdige, das den Bildern anmutet, besonders eindrucksvoll wieder. Battut bedient sich einer modernen und strengen Bildsprache, er setzt die Parabel in satten Farben und mit klaren Konturen um. Dabei führt er uns souverän durch die IchFindung der zwei Protagonisten, bei der Wiedererkennung und Nachvollziehbarkeit wichtige Bildkriterien sind. Der Text und die Bilder sind plakativ, so dass Kinder die Botschaft gut nachvollziehen und einfach verstehen können.

Eine eindrückliche Geschichte, die Kindern und Erwachsenen bildstark zeigt, wie schnell Verständnis und Toleranz gefährdet sind, sobald das „Anderssein" eine bestimmte Grenze überschreitet und jemand aus seiner zugedachten Rolle fällt.