KURZ NACH SECHS KOMMT DIE ECHS

bilderbuch_kurz-nach-sechsStupider Alltagstrott erwartet die Echs, bei der früh am Morgen keine Hex' kommt, sondern unüberhörbar der Wecker klingelt. Und dann geht's mit dem Bus zur Arbeit ins Büro, wo es kein Entrinnen vom Computer gibt, bis abends wieder der Bus kommt. Zu Hause angekommen, hockt sie müde in den Puschen und „Abends, kurz nach sieben, gähnt sie übertrieben".

Ja klar, dass da dann der Fernseher läuft bis zwölfe und das müde Tier stumm geradeaus blickt, als es endlich im Bett liegt. Dass ihre Existenz trotzdem nicht trostlos wird, dafür sorgt die sympathische Echs selbst: Tief im Herzen, unter ihrer hellgrün gepunkteten Echsenhaut versteckt, bewahrt sie sich die Kraft der Träume und auch ihre ganz persönlichen Wünsche. Und wie ihr nachts im Traum eine Zauberhexe erscheint, sprudelt sie über vor lauter kühnen Wünschen, die ihr auch prompt erfüllt werden.

Nur, die Erfüllung liegt immer knapp daneben: das Auto ist zu klein, der Besuch nicht nett, im vollen Sparschwein sind nur Schrauben - alles peinliche wunschpannen. Und hätte die Hex ihren Zauberstab nicht geschwungen und die Echse nicht den Mut zu träumen, wer weiß, ob sie am nächsten Morgen, früh um sieben, dem tristen Alltag entfleucht und so hochzufrieden in ihr geniales Echsentraum-Land gefahren wäre: mit dem Bus und als Fahrer selbst am Steuer ...