FLIEG, FLENGEL, FLIEG!

bilderbuch_flieg-flengel-fliegIch heiße Flengel. Ich bin ein Engel. Ich weiß alles über dich." Diese unumwundene Vorstellung vernimmt Max mitten in der Nacht, nachdem ihn ein dumpfes Brummen aus dem Schlaf geholt hat. Er traut seinen Augen nicht, denn dieser Engel lenkt ein rotes Rennauto. Halsbrecherisch rast er durch das Kinderzimmer und stoppt direkt vor Max' Bett. „Seit deiner Geburt begleite ich dich, dass du mich nie bemerkt hast, hat mich sehr geärgert. Deshalb habe ich beschlossen, sichtbar zu werden." Wenn ein Schutzengel aber so drall vor Lebenslust und mit Fliegermütze auftaucht, lässt das ahnen, dass er auch sonst anders ist, als die Engel, die ansonsten die Menschen beschützen.

Flengel erschreckt Tanten, entspannt sich hingebungsvoll im Geburtstagskuchen und landet hin und wieder in Kakaotassen und in Schuhen. Um seiner harten Aufgabe in Sachen Kinderschutz energievoll nachkommen zu können, hat er, sobald er sichtbar ist, immer Lust auf Schokolade. Bald will Max auch fliegen können. Flengel verspricht, es ihm in seinen Träumen beizubringen. Und wirklich: nach und nach fliegen sie gemeinsam immer besser und weiter in Max' Träumen. Aber schließlich geht Flengel, der von der vielen Schokolade immer noch rundlicher geworden ist, förmlich die Puste aus. Max macht sich Sorgen und möchte, dass er weniger Schokolade isst. Das ginge nur, wenn er wieder unsichtbar würde, erklärt Flengel. In seiner Sorge ist Max sogar das recht. Aber dann ist er doch traurig, als Flengel nicht mehr um ihn herum ist und er auch in seinen Träumen nur noch allein fliegt. Allmählich gewöhnt er sich daran und manchmal meint er, Flengel doch noch spüren zu können.